Kommentar zum B-Plan-Gebiet Pappelweg Gutsmann-/Seifertgelände/Neu-Zeestow - was passiert hier?20.09.2018

Der rechtskräftige B-Plan für das Gebiet südlich der Hauffstr. bis Penny sieht unterschiedliche Flächen vor. Bisher dominiert hier die Bebauung mit Einfamilienhäusern, Schwerpunkt: Südlich Hauffstr. und seiner gedachten Verlängerung bis Carl-Friedrich-Benz-Str. und zwischen Gottlieb-Daimler-Str. und Pappelallee.

Die Entwicklung war wegen des Konkurses des Investors bisher im Interesse der Anwohner und Bürger. Jetzt kommt aber wieder Großkapital ins Spiel. Investor Gutsmann.

Herr Gutsmann hat mit seinen Firmen und seinem Kapital die gesamten noch zur Verfügung stehenden Flächen des Seifertgeländes erworben und diktiert jetzt die Bebauung nach Gutsherrenart. Kapital ist Macht und die Anwohner sind machtlos.

Er scheint sich die Filetgrundstücke für seine wohlhabenden Kunden, die hoffentlich keine Briefkastenfirmen sind, ausgewählt zu haben und will den Anteil der Gewerbeflächen zwischen Gottlieb-Daimler-Str. und Mittelgraben von Gewerbegebiet in Wohnbaugebiet umwandeln. Dies ist zu begrüßen, kostet der Gemeinde aber durch Zuzug vieler neuer Bürger sehr viel Geld. Die Infrastrukturprobleme werden sich bei voller Belegung stark verschlechtern.

Die von der IBB schon vor Jahren per Beschlussantrag geforderten Sozialwohnungen hat der Bürgermeister mit dem Investor mit Hilfe seiner Vertrauten von CDU, SPD und Bürger für Brieselang wie folgt geregelt: Der Investor verpflichtet sich zur Deckung des erheblichen Bedarfs an preiswerten Mietwohnungen in der Gemeinde Brieselang insgesamt 1.200 m² Wohnfläche (30 % der durch die Bebauungsplanänderung zugelassenen zusätzlichen Geschossfläche für Wohnungen) im günstigen Preissegment bis 8,50 €/m² kalt anzubieten.

8,50 EUR pro m² Kaltmiete im Sozialtarif – da freut ich jeder Mitarbeiter, der als Picker bei Amazon und Zalando arbeitet.

Das Gebiet zwischen Marie-Curie-Str. und Penny wird aktuell nicht angefasst. Warum wird nicht insgesamt die B-Plan-Fläche neu betrachtet? Die inneren Flächen des Gewerbegebietes darf sich Herr Gutsmann als Rosinen rauspicken, die restlichen Flächen bleiben außen vor.

Als Krönung diktiert Herr Gutsmann nun, dass mittig in der Einfamilienhaussiedlung an der Gottlieb-Daimler-Str. große Mehrfamilienhäuser gebaut werden, die sogar eine Tiefgarage zur Profitmaximierung beinhalten soll.

Was bedeutet aber eine Tiefgarage für viele PKW für ein Gebiet mit einem derart hohen Grundwasserstand? Können Risse durch wegrutschende Erdbewegungen in der Nachbarbebauung entstehen? Kann später bei Starkregen Grundwasser in die Tiefgaragen eindringen und das Grundwasser verschmutzen?

Wir haben Akteneinsicht erhalten, die Unterlagen zur Tiefgarage und die Genehmigung der Neubauten durch den Bürgermeister, mit oder ohne Befreiungen, an den Landkreis wurden uns nicht vorgelegt. Warum nicht? Unsere schriftliche Nachforderung ist bis heute nicht beantwortet worden.

Schön, dass die Anwohner der Einfamilienhäuser von der Pappelallee im Garten künftig auf „dreistöckige“ Wohnbaufassaden schauen dürfen. Das durften Sie beim Erwerb und Bau ihres Eigenheimes nicht erwarten. Warum wurden wesentliche Einschränkungen aus dem Text der Begründung nicht in den eigentlichen B-Plan übernommen?

Und Herr Gutsmann?

Er hat kein Interesse auf die Fragen und Kritiken der Anwohner und ihre Schreiben einzugehen. Ein "Kapitalist" geht seinen Weg, es zählen scheinbar nur die Profite und nicht die Menschen vor Ort.

  • Wir wollen die B-Plan insgesamt neu betrachten und die Kosten, die das Großkapital in Neu-Zeestow der Gemeinde verursacht, auf die Investoren umlegen.
  • "Sozialwohnungen" für 8,50 EUR Kaltmiete sind lächerlich.
  • Die Interessen der Anwohner müssen berücksichtigt werden.

Auch wir und ich wollen Mehrfamilienhäuser mit Wohnungen für unsere Bürger. Bei dieser großen Fläche im B-Plan-Gebiet Pappelweg (er heißt wirklich so) können diese aber besser flächenmäßig strukturiert werden. Neben Einfamilienhäuser entstehen Doppelhäuser und Stadtvillen. Dann folgen Reihenhäuser und kleine Mehrfamilienhäuser, die größer werden. Stadtentwicklung sollte auch in Brieselang kein Fremdwort sein, selbst wenn man Bürgermeister Garn und Investor Gutsmann heißt.

Ralf Heimann