Disneyland Brieselang - Kommentar von Ralf Heimann20.09.2018

Über Kunst kann man streiten, wenn sie jedoch im zentralen öffentlichen Raum im Leben einer ganzen Gemeinde ihren Niederschlag findet, kann es nicht sein, dass der Bürgermeister einseitig mit einem örtlichen Künstler bestimmt, was an zentralen Orten im Ort aufgestellt und aus Steuermitteln finanziert wird. Diese Vorgehensweise passt aber zur Klientelpolitik der örtlichen Bürgermeistermehrheit.

Vor dem Bürgerhaus, Teil des Rathauses, Standesamt, Bibliothek, Sitzungs- und Beratungsräume, soll die Statue eines Raben, der auf Büchern sitzt, aufgestellt werden. Ein hoher Sockel, wie er schon den Kreisverkehr verunstaltet, inklusive. (hier ist nur der Sockel gemeint!!!)

Bis heute hat es keine Lösung gegeben, den hässlichen Sockel der Nymphe bei Netto schön zu gestalten. Dies wertet nach meiner Meinung die Statue selbst ab, weil die Autofahrer eigentlich nur den Sockel vor dem Kreisverehr wahrnehmen.

Ein Bücherrabe kann im Zugangsbereich der Bibliothek aufgestellt werden, hier passt er hin, dafür benötigen wir keine Säulen. An einem zentralen Ort in der Mitte unserer Gemeinde erwarte ich aber ein Kunstwerk, dass eine starke Aussage über Brieselang, seine Geschichte oder eine Symbolik zur Gemeindefusion mit Bredow und Zeestow legt.

Gestern eine Nymphe, heute ein Rabe, vielleicht morgen die Biene Maja am Bahnhofsvorplatz und zum Abschied des Bürgermeisters Pinocchio am Rathaus. Brieselang ist nicht Disneyland.

Das Engagement eines örtlichen Künstlerpaares für Brieselang ist lobenswert, doch um grundsätzlich die KUNST zu fördern sollte man Richtlinien analog der Vereinsförderung schaffen. Zu dieser Förderung müssen alle Künstler die Möglichkeit des Zugangs haben, nicht nur einzelne.

Ebenfalls sollten die Bürger mitgenommen werden, wenn ein zentraler Platz in ihrer Mitte mit Kunst aufgewertet werden soll. Eine diktatorische Vorgabe von oben, dass sich künftig alle Brautgesellschaften an der hohen Säule des schwarzen Raben zu treffen haben, darf es nicht geben.

Warum gibt es keinen Wettbewerb zur Gestaltung eines entsprechenden Kunstwerkes?