Brief unseres IBB-Vorsitzenden zu seiner Bürgermeisterwahl18.09.2019

Liebe Brieselangerinnen und Brieselanger,
liebe Wählerinnen und Wähler,

die Bürgermeisterwahl ist am Sonntag entschieden worden und ich bin überwältigt von dem Ergebnis. Ich war heute bei 66 % der Stimmen mehr als gerührt. Ich habe aber auch einige Zeit benötigt, dieses Wahlergebnis zu begreifen.

Ihnen allen, die Sie mich gewählt, die Sie mich aktiv unterstützt, die Sie mich in Gesprächen als Kandidaten weiterempfohlen, die Sie mir Zuspruch gegeben und sich aktiv für mich eingesetzt, die Sie mir mit Rat und Tat zur Seite gestanden haben, obwohl Sie mich zum Teil nicht persönlich kennen, Ihnen allen meinen herzlichen Dank.

Ich habe einige negative, aber ein Vielfaches an positiven Erlebnissen in diesem Wahlkampf erfahren. Ich bin elf Wochen von Montag bis Samstag durch die Gemeinde gezogen und habe an vielen Türen und Toren geklingelt. Weit über 1.000 Menschen haben mit mir gesprochen, oft 2 bis 3 Minuten, aber auch in der Spitze bis zu über 3 Stunden. Ich habe zugehört, ich bin dankbar für Ihr Vertrauen und die Erkenntnisse, die ich aus diesen Gesprächen gewinnen durfte. Zahlreiche Gespräche waren aber auch sehr persönlich, so dass ich nur Hilfe durch Zuhören und Zuspruch geben konnte. In einem Fall war das Gespräch mit dem problematischen Hintergrund so persönlich und emotional, dass ich meine Tour für diesen Abend abgebrochen habe.

Elf Wochen bin ich durch Brieselang gezogen. Es war nicht möglich, alle Straßen abzugehen. Aber ich werde diese Tour fortsetzen. Viele Menschen haben mich auf der Straße angesprochen, sind als Autofahrer angehalten, haben mich als Fußgänger kontaktiert. Viele Menschen haben mir Nachrichten und Mails übersandt. Ich konnte viele gefühlsstarke Augenblicke erleben. Herzlichen Dank dafür!!!

Ich habe das Wahlergebnis im Rathaus erfahren. Im Vorzimmer des Bürgermeisters habe ich auf die Ergebnisse gewartet. Herr Garn war als Bürgermeister der erste Gratulant. Wir haben ein kurzes, aber gutes Gespräch geführt. Er will mich in den nächsten Monaten im Rathaus bis zur offiziellen Amtsübergabe Zug um Zug in die wichtigen Angelegenheiten einbinden. Am kommenden Mittwoch werden wir ein erstes Vorgespräch haben.

Herr Garn hat diese Gemeinde 2003 als Bürgermeister übernommen, als Brieselang fast in der Zahlungsunfähigkeit war. Er hat einen Großteil der Schulden abgearbeitet und Brieselang wieder handlungsfähig gemacht. Ich habe in diversen Sachverhalten unterschiedliche Meinungen vertreten, so dass wir politische Gegner waren. Dies sind aber keine persönlichen Aspekte, sondern die üblichen Kämpfe „Regierung zu Opposition“. Heute müssen wir Bilanz ziehen und dokumentieren, dass Herr Garn als Bürgermeister wichtige Wandlungen geleistet, Brieselang weiterentwickelt hat. Dafür schulden wir ihm unseren Dank.

Herr Garn wird jetzt mein Hauptansprechpartner sein. Ich werde aber auch allen Fraktionen im Oktober ein Angebot machen, im kleinen Kreis die künftige Zusammenarbeit abzustecken. Dies geht nach der Bedeutung der Fraktionen, die der Wähler ihnen bei der Kommunalwahl gegeben hat. Als erstes werde ich also den Bürgern für Brieselang meine Aufwartung machen.

Es wird von mir als Bürgermeister kein Bündnis geben, sondern eine sachliche und thematische Zusammenarbeit. Jede Fraktion soll die gleichen Möglichkeiten haben, sich zu den Themen der Verwaltung sachlich einzubringen oder zu eigenen Themen Informationen auf Anfrage zu erhalten, damit sie selbst entsprechende Initiativen starten können.

Nach meiner offiziellen Amtseinführung kurz vor Weihnachten werde ich meine ganze Kraft dafür einsetzen, das Rathaus und seine Mitarbeiter zu erfassen. Jeden Arbeitsplatz, jeden Mitarbeiter will ich kennenlernen. Ich muss mir ein Bild von der Arbeits- und Ablauforganisation machen, von Zuständigkeiten und Kompetenzen.

Die Mitarbeiterin / der Mitarbeiter wird mit seiner Arbeit im Vordergrund stehen. Ich brauche die Menschen im Rathaus, um dann mein Wahlprogramm Zug um Zug aufzuarbeiten.

Gleichwohl stehen sachlich wichtige Themen vom 1. Tag auf der Agenda: Kitaplätze, Gesamt-/ Oberschule, Hortsituation und Grundschulen. Pendlersituation am Bahnhof u. a. m.

Bitte denken Sie daran, das Rathaus ist keine Maschine. Da wird nicht ein Knopf gedrückt und sofort ist alles anders. Wir sind im Rathaus Menschen, die sich auf Veränderungen einstellen und diese dann umsetzen müssen. Dies braucht Zeit.

Bis zur Amtsübernahme bin ich im Dienst der Bundesbank und kann tagsüber im Ort nicht präsent sein. Gleichwohl werde ich versuchen, schon vorab wichtige Gespräche zu führen. Ich werde meine Beurlaubung bei meinem Dienstherrn für die Amtsübernahme beantragen, meinen Dozentenvertrag bei der Frankfurt-School of Finance & Management kündigen, aus dem Vorstand der IBB ausscheiden (wo ich aber weiter Mitglied bleibe) und die Übergabe des Vorsitzes von Fraktion und Haushalts- und Finanzausschuss vorbereiten.

Es gibt viel zu tun für einen müden Wahlkämpfer.

Ihnen allen vielen Dank und meine ganz persönliche Bitte: Helfen Sie mir, Ihnen ein guter Bürgermeister zu werden.

Herzliche Grüße

Ralf Heimann